GEW Mecklenburg-Vorpommern
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Inklusion: mehr Zeit für Bildung

Entlastung der Lehrkräfte ist dringend notwendig

29.05.2017

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz zur Inklusion im Bildungsministerium erklärt die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW MV), Annett Lindner: „Wenn das Land sowie die bildungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der SPD, CDU und LINKEN zu einem Gespräch unter der Überschrift ‚Land bereitet die Schulen auf Umsetzung der Inklusion vor‘ einlädt, dann frage ich: Wo ist der Fehler? Bereits seit sieben Jahren findet auf Anweisung des Bildungsministeriums in ganz Mecklenburg-Vorpommern mal mehr, mal weniger gut gemachter inklusiver Unterricht statt. Die Kolleginnen und Kollegen wurden ohne die Schaffung notwendiger baulicher Voraussetzungen, ohne Weiterbildungen und ohne multiprofessionelle Unterstützung ins kalte Wasser geworfen. Dass sie sich unter diesen Umständen dennoch mit großem Engagement für ihre Schülerinnen und Schüler einsetzen; dafür danke ich allen.“

Nach dieser Vorleistung durch die Lehrkräfte sind nun die Regierung und auch die am Inklusionsfrieden beteiligte LINKE in der Pflicht, umfassend für die notwendigen Voraussetzungen für Inklusion zu sorgen. „Wir hatten hierzu kürzlich auf Initiative der GEW MV in Pasewalk einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern mehrerer Schulen aus dem Uecker-Randow-Kreis. Mit dabei war auch mit Miriam Haferkamp auch die Inklusionsbeauftragte des Landes. Die Kolleginnen und Kollegen schilderten unter anderem, wie der Lehrkräftemangel in der Region vor allem dazu führt, dass es besonders bei Förder- und 
DaZ-Stunden zu Ausfall kommt. Sie sprachen darüber, dass es ihnen wegen der hohen Beanspruchung nicht mehr möglich ist, Schülerinnen und Schüler mit besonderen Leistungen zu fördern und davon, dass sie ohne weitere multiprofessionelle Unterstützung an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit kommen.“  

Die Inklusion war bereits Inhalt des Antrittsgesprächs der GEW MV bei Bildungsministerin Birgit Hesse im Januar. Nachdem die Gewerkschaft dort erneut ihre Beteiligung an den Arbeitsgruppen zur Umsetzung der Landesstrategie eingefordert hatte, sagte Miriam Haferkamp diese Mitarbeit in Pasewalk verbindlich zu. „Wir betrachten dies als Wertschätzung der Lehrkräfte, deren Interessen wir vertreten. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Entlastung der Kolleginnen und Kollegen. Möglichkeiten dazu sehen wir in der Errichtung multiprofessioneller Teams an jeder Schule verbunden mit der Absenkung der Unterrichtsverpflichtung, mindestens jedoch durch zusätzliche Anrechnungsstunden.“

Als mitgliederstärkste Interessenvertretung für den Bildungsbereich im Land setzt sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der angestellten und verbeamten Lehrkräfte ein.

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