GEW Mecklenburg-Vorpommern
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GEW M-V: Präsenzunterricht muss möglich sein - Risikogruppen schützen

Vor dem Hintergrund der heutigen Äußerungen von Bildungsministerin Bettina Martin, bezieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW M-V) Stellung zum Umgang mit den Schulen in der Corona-Pandemie.

 

03.06.2020

"In wenigen Tagen beginnen die Ferien. Wir müssen mit aller Kraft daran arbeiten, dass im kommenden Schuljahr auch unter den Bedingungen der Pandemie Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler grundsätzlich möglich ist. Unterricht sollte dafür in festen Gruppen und Räumen erfolgen. Von einer flächendeckenden Umsetzung in diesem Sinne sind die Schulen im Land nach wie vor personell und räumlich weit entfernt", erklären die GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm. Die GEW hat drei Studien in Auftrag gegeben, die sich unter den Aspekten Arbeits- und Gesundheitsschutz, Risikogruppen und Schutzabstände mit dem Schulbetrieb in Zeiten von Corona befassen [ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/was-das-coronavirus-fuer-die-bildungseinrichtungen-bedeutet0/].

"Damit immer dann, wenn die Infektionszahlen es erfordern, weitgehend problemlos auf digitales Unterrichten umgestellt werden kann, müssen jetzt die technischen Voraussetzungen stärker als bisher durch Land und Schulträger geschaffen werden. Dazu gehören Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler genauso wie Endgeräte für Lehrkräfte. Es braucht entsprechend lastfähige Serverlösungen und dienstliche Mailadressen, die bis heute noch immer nicht jeder Lehrkraft zur Verfügung stehen. Manche Familien brauchen wirtschaftliche Unterstützung um Breitbandverträge abschließen zu können, die zwingend notwendig sind, um am digitalen Unterricht teilzunehmen. Mindestens ebenso wichtig sind Weiterbildungen für Lehrkräfte zum Umgang mit Lernplattformen, Clouds und Videokonferenzen."

Besonders wichtig ist aus Sicht der Gewerkschaft die Arbeitssicherheit. Schulausbrüche in Schweden, denen auch Lehrkräfte zum Opfer gefallen sind, zeigen, dass sich die Pandemie sehr wohl auch in Schulen ausbreiten kann. "Ob in Kindertageseinrichtungen, Horten oder Schulen, Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten ohne Schutz und die Möglichkeit Abstand zu halten. Deshalb ist es wichtig, dass das Risiko für Lehrkräfte durch ärztliches Attest individuell festgestellt wird. Angehörige von Risikogruppen sind zu schützen und ihnen Beschäftigungsalternativen anzubieten. Die Mitbestimmungsgremien sind in diese Prozesse dringend mit einzubeziehen. Darüber hinaus fordern wir ausdrücklich, jede Erzieher*in und jede Lehrkraft mindestens einmal wöchentlich zu testen. Als kostengünstige Alternative schlagen wir die Nutzung von Pooltestungen vor. Hierzu hat die GEW M-V dem Land ein Konzept einer Greifswalder Wissenschaftlerin zur Umsetzung vorgelegt."