GEW Mecklenburg-Vorpommern
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Erste Ergebnisse liegen vor - GEW hat Onlineumfragen zur Arbeitssituation im Bildungsbereich gestartet

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW M-V) hat in den vergangenen Tagen zwei Onlineumfragen zur Arbeitssituation von Beschäftigten in Kitas, Horten und Jugendhilfeeinrichtungen sowie in den Schulen in Zeiten der Corona-Pandemie durchgeführt. Rund 1700 Fragebögen erreichten daraufhin die Gewerkschaft:

02.04.2020

„Ziel war es, ein breites Stimmungsbild zur Lage zu erhalten. Das ist uns gelungen“, stellen die GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm fest. „In einer ersten Auswertung wird deutlich, dass es sowohl kurzfristig dringenden Handlungsbedarf gibt, als auch Probleme, die bereits seit langem bekannt sind und grundsätzlich bearbeitet werden müssen“, führt Maik Walm weiter aus. Dringend gestaltet sich noch immer die Situation für einen Teil der Erzieherinnen und Erzieher im Land: „Offenbar gibt es noch immer Freie Träger, die die klaren Anweisungen aus der Allgemeinverfügung und dem Sozialministerium nicht umsetzen“, stellt Annett Lindner fest. „Sowohl die zuständigen Leitungen der Landkreise und kreisfreien Städte als auch einzelne Träger werden wir in den kommenden Tagen kontaktieren, um eine schnelle Verbesserung für die Erzieher*innen zu erreichen. Auch mit dem Sozialministerium, das auch im bundesweiten Vergleich, gute Arbeit leistet, stehen wir in engem Kontakt. Wir werden nicht hinnehmen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in den Kitas unnötig gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden oder arbeitsrechtliche Nachteile erleiden!“, macht die Gewerkschafterin deutlich.

 

Als besonders problematisch für den Bereich Kinder- und Jugendhilfe stellen sich vier Punkte heraus:

  • Es wird Zwangsurlaub angewiesen und für Sommer oder Herbst angemeldeter Urlaub gestrichen.

  • Es werden Erzieherinnen mit Kindern nicht freigestellt bzw. nicht in das Homeoffice abgestellt.

  • Erzieherinnen werden weiterhin unnötigerweise in KiTas eingesetzt, obwohl sie für die Notbetreuung nicht benötigt werden.

  • Es gibt weiterhin eine große Unklarheit über die weitere Finanzierung der Arbeit von Integrationshelfern, was die betroffenen Kolleg*innen vor große Probleme stellt.

Während im Schulbereich nur vereinzelt offensichtliche Verstöße gegen die Allgemeinverfügung deutlich wurden, lieferte die die Befragung Hinweise auf eher längerfristige und grundsätzlichere Themen. „Einen großen Raum nehmen hier erwartungsgemäß Fragen und Folgen der Digitalisierung ein. Hierbei handelt es sich um einen Prozess, der aktuell an den Schulen hochdynamisch verläuft. Bis zum 6. April kann an der Schulbefragung noch teilgenommen werden“, sagt Maik Walm. Und er bekräftigt: „Unabhängig von unseren Umfragen stehen wir für alle Bildungsbeschäftigten jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Gewerkschaften werden jetzt vielleicht stärker denn je für gelebte Solidarität und als politischer Schutz gebraucht! Wir haben mit dem Land kurze Wege zur Klärung von Fragen und Probleme vereinbaren können. Uns alle eint das gemeinsame Ziel, diese Krise auch in den Bildungseinrichtungen des Landes bestmöglich zu meistern und aus den gemachten Erfahrungen gemeinsam zu lernen.“
 

Die Onlineumfrage für den Schulbereich finden Sie unter diesem Link: https://www.soscisurvey.de/GEW-Befragung_Schule_zu_Corona/

Alle wichtigen Informationen rund um die Bildung in Zeiten der Corona-Krise stellen wir hier zur Verfügung: https://www.gew-mv.de/corona.