GEW Mecklenburg-Vorpommern
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Gemeinsame Forderung:Lehrer*innen aus dem Ausland müssen besseren Zugang zum Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern haben

Auf dem Fachforum „Lehrer*innen aus dem Ausland an Schulen in MV“ sind heute Expert*innen, Entscheidungsträger*innen und Lehrer*innen zusammengekommen und fordern angesichts des Mangels an Lehrkräften einen verbesserten Zugang für ausländische Lehrer*innen zum Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern.

 

 

 

07.12.2020

Bildungsministerin Bettina Martin sagte auf der digital durchgeführten Veranstaltung: "Lehrer*innen aus dem Ausland sind – bei geeigneter Qualifikation – willkommene Fachkräfte und wir können Potenziale der Migrant*innen nutzen, aber auch eine interkulturelle Bereicherung der Gesellschaft über die Schule erreichen."

Bei über 8.000 Schüler*innen mit Migrationshintergrund nur 114 ausländischen Lehrkräften an den Schulen im Land in den Jahren 2018/19 wird die Vielfalt der Schüler*innenschaft durch die Lehrkräfte bisher nicht abgebildet. Auch die Tatsache, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 75% der Lehrkräfte den Schuldienst verlassen werden, macht deutlich, dass die Potenziale von Lehrer*innen aus dem Ausland in MV besser genutzt werden müssen.

Deshalb wurden auf dem Fachforum, welches von der Friedrich-Ebert-Stiftung MV und dem IQ Netzwerk MV in Kooperation mit der GEW MV veranstaltet wurde, folgende Forderungen formuliert:

  1. das politische Bekenntnis der Landesregierung MV, die Potenziale zugewanderter Lehrkräfte anzuerkennen und deren berufliche Integration in den Schuldienst in MV aktiv zu fördern.
  2. die Umsetzung der Möglichkeit, als Ein-Fach-Lehrer*in oder Seiteneinsteiger*in auch bei Nichtanerkennung der Lehramtsqualifikation in den Schuldienst einzusteigen und einen aktiven Hinweis darauf in den Ablehnungsbescheiden.
  3. die Anerkennung mitgebrachter Kompetenzen, auch wenn formale Voraussetzungen nicht hinreichend erfüllt/nachgewiesen werden.
  4. Qualifizierung zu ermöglichen zum Beispiel durch:
    1. die Zulassung zur Teilnahme an der „Grundlegenden Pädagogischen Qualifizierung (GPQ) für Seiteneinsteiger*innen“ auch für Lehrkräfte, die sich auf eine befristete Stelle beworben haben,
    2. die Umsetzung einer Anpassungsqualifizierung seitens des Bildungsministeriums MV in Kombination mit pädagogischer Erprobung und begleitender Fachsprachqualifizierung z. B. durch das IQ Netzwerk MV,
    3. das Vorhalten adäquater berufsbegleitender Qualifizierungsangebote für zugewanderte Lehrer*innen an geeigneten Bildungseinrichtungen des Landes.
  1. den Zugang zum Schuldienst auch bei Nachweis von Deutschkenntnissen auf C1-Niveau (schulform- und fachabhängig).
  2. eine bessere Verständlichkeit der Anerkennungsbescheide und das Aufzeigen von Zukunftsperspektiven im Bescheid.
  3. eine Unterstützung beim Einstieg in den Schuldienst (z. B. Co-Lehrer, Team-Teaching, Mentoring).
  4. den Aufbau einer landesweiten „AG zu Fragen der beruflichen Integration zugewanderter pädagogischer Fachkräfte in MV“ mit allen relevanten Akteuren und dem Ziel der Entwicklung eines ganzheitlichen Programms
  5. die Etablierung eines schulischen Angebotes von Herkunftssprachunterricht.

Neben dem Forderungskatalog an das Bildungsministerium des Landes werden die Akteur*innen der Integrationsarbeit im Land MV gemeinsam mit Vertreter*innen der Landesregierung ein Gremium bilden, um die Integration von internationalen Fachkräften in den Schuldienst in den nächsten Jahren voranzutreiben.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an:

Maja Kuntzsch, IQ Netzwerk MV, migra e.V., E-Mail: kuntzsch(at)migra-mv(dot)de