GEW Mecklenburg-Vorpommern
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"Wissenschaft und Wahrheit" - Sechste Hochschulpolitische Konferenz zeigte Wissenschaft in den Auseinandersetzungen der Zeit

Am 21. November fand am Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald die Sechste Hochschulpolitische Konferenz des Landes Mecklenburg-Vorpommern statt, diesmal mit dem Titel „Wissenschaft und Wahrheit“. Zwei Impulsreferate entfalteten diese Thematik: eines aus naturwissenschaftlicher, eines aus geisteswissenschaftlicher Sicht. Anschließend wurden an Runden Tischen die  Wechselwirkungen von Wissenschaft mit Politik, Kommunikation und Medien diskutiert sowie mögliche Grenzen der Wissenschaft ausgelotet.    

22.11.2019

Einen besonderen Akzent setzte der Runde Tisch zum Thema „Wissenschaft und Gegenaufklärung“. Die GEW M-V, Mitveranstalterin der Konferenz, hatte ihn organisiert. Den Input gab Dr. Daniel Keil. Er habilitiert sich zurzeit mit einem Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung an der Universität zu Köln. Er beschrieb die Gegenaufklärung als Gegensatz zu kritischer Wissenschaft. Er zeigte, dass gegenaufklärerische Kräfte über Themen wie Meinungsfreiheit, Gender Mainstreaming und Migration auch versuchen, in die Hörsäle und Seminarräume einzudringen. Seine Darlegungen zu ihren „Think Tanks“ und Strategien machten deutlich, mit welchem intellektuellen Potenzial der Gegenaufklärung Lehre und Forschung an den Hochschulen heute konfrontiert sind. Ein Thema in der Diskussion war die Verwendung rechtsradikaler Symbole auf dem Campus. "Wir wissen um diese Tendenzen und müssen auch an den Hochschulen sicherstellen, dass die neue Rechte mit ihrem völkisch-nationalen und revisionistischen Gedankengut nicht den Diskurs bestimmt", sagt Cornelia Mannewitz aus dem GEW-Vorstand. 

Vom abschließenden Podium der Konferenz ging der Appell aus, die Wissenschaft sprechfähiger zu machen. Sie müsse ihre Ergebnisse stärker in die zivilgesellschaftliche Diskussion einbringen. Damit könne sie nicht zuletzt dem häufig wahrnehmbaren Mangel an Vertrauen in die Wissenschaft begegnen. "Das ist jedoch ein schwieriger Auftrag, wenn die Rahmenbedingungen in der Forschung und Lehre nicht stimmen. Vor allem die sächliche Ausstattung und die fortlaufende Befristung vieler Nachwuchswissenschaftler*innen verhindert oft ein dauerhaftes öffentliches Engagement", stellt Camille Damm, ebenfalls GEW-Vorständlerin, fest. 

Die GEW M-V schätzt die Konferenz als gelungen ein. Sie war thematisch hochaktuell und hat zahlreiche Anregungen vermittelt. Die GEW wird dazu beitragen, die Impulse dieser Konferenz in der hochschulpolitischen Diskussion lebendig zu halten.   

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