GEW Mecklenburg-Vorpommern
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Wir brauchen eine digitale Bildungsstrategie GEW begrüßt Laptop-Zuschuss 

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW M-V) begrüßt den Vorschlag der Bildungsministerin Bettina Martin für einen Laptop-Zuschuss aus Bundesmitteln:

06.04.2020

 "Die aktuelle Situation fordert uns in vielfältiger Weise heraus. Es zeigt sich, dass vor allem Probleme, die wir schon eine geraume Zeit diskutieren, uns jetzt daran hindern, passgenau bei digitaler Bildung zu reagieren. Wir begrüßen deshalb die Initiative der Bildungsministerin", erklären die beiden GEW-Landesvorsitzenden Maik Walm und Annett Lindner. Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass bedingt durch die Schulschließung, Kinder aus bildungsfernen oder wirtschaftlich schwachen Familien noch mehr als sonst benachteiligt sind. "Die Forderung hier über das Bildungs- und Teilhabeprogramm schnell für Abhilfe zu sorgen, schafft kurzfristig hoffentlich für die Bedürftigsten Entlastung", erläutert Maik Walm. "Wir brauchen eine langfristige digitale Bildungsstrategie für unsere Schulen, die für alle die dort lernen und arbeiten rechtlich, technisch sicher und vor allem pädagogisch brauchbar ist", so der Gewerkschafter weiter. Als Beispiel dafür nennt er datenschutzrechtliche Probleme bei der Nutzung privater Technik. Auch den Ansatz, dass einige Kinder finanzielle Unterstützung bekommen und andere nicht, hält die GEW für grundsätzlich bedenklich: "Wir wissen doch, dass gerade Familien mit kleinen Einkommen, die knapp an den Verdienstgrenzen liegen, genauso Unterstützung benötigen und diese dann nicht bekommen", sagt Annett Lindner. Bei Erscheinen der Nachrichten am Samstag hatte die GEW Post von einer Mutter erhalten, die genau diese Frage stellt. Sie arbeite in der Pflege und hätte für ihren Sohn knapp keine Anspruch aufs BuT. Einen eigenen Laptop könne sie ihm nicht kaufen. "Die aus unserer Sicht beste Lösung wäre es mittel- und langfristig, wenn im Rahmen einer digitalen Strategie alle Schülerinnen und Schüler ab einer bestimmten Klassenstufe von ihrer Schule mit der gleichen Technik ausgerüstet würden", erklärte die Gewerkschafterin weiter. Dann gälte es, auch neue Wege zu gehen: "Das ist eine große Herausforderung, denn hier muss zwischen den Zuständigkeiten des Landes und der einzelnen Kommunen ein Weg gefunden werden, der einen gleichen Standard in allen Schulen ermöglicht", sagen die beiden Vorsitzenden abschließend.

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