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Unterrichtsausfall: GEW fordert Aufwertung und Entlastung für Lehrkräfte

Der jährliche Bericht zur Unterrichtsversorgung des Bildungsministeriums offenbart erneut die großen Probleme, die das Land hat, den Unterricht an den Schulen des Landes abzusichern. Im Schuljahr 2017/18 sind an den allgemeinbildenden Schulen 11,6 Prozent der Unterrichtsstunden zur Vertretung angefallen. Das sind 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

12.11.2018

„Die Haltung von Bildungsministerin Birgit Hesse, dass Vertretungsunterricht zwar nicht optimal, jedoch allemal besser als Unterrichtsausfall sei, können wir Blick auf die notwendigen Ansprüche an eine gute Schule nicht teilen“, macht Maik Walm deutlich. Er ist in Doppelspitze mit Annett Lindner Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern. „Was die Personalsituation in den Schulen angeht, steht das Land mit dem Rücken an der Wand“, stellt Annett Lindner fest. Lehrkräfte im Ruhestand werden angeschrieben, die Zahl der Seiteneinsteiger*innen steigt.

Vertretungsunterricht kann, wenn er fachfremd ist, dazu führen, dass Lehrpläne nicht umgesetzt werden können. „Wir wissen bereits aus der Vergangenheit, dass immer wieder auch Prüfungen und Abschlüsse dadurch gefährdet waren“, so der Gewerkschafter weiter. Dabei müsse man sich zudem im Klaren darüber sein, dass es sich um das vergangene Schuljahr handelt. „Bedingt durch den Lehrkräftemangel werden die Zahlen aus unserer Sicht in diesem Jahr noch einmal deutlich ansteigen“, prognostiziert Annett Lindner. „Die Belastung der Kolleginnen und Kollegen in den Schulen ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Das führt zu einer steigenden Anzahl von Krankentagen und einem früheren Ausstieg aus dem Beruf“. Das letzte Programm zur Vermeidung von Unterrichtsausfall stammt aus dem Jahr 2012. „Schon damals haben wir deutlich gesagt, dass die Unterrichtsversorgung anstelle von 100 Prozent mit mindestens 104 Prozent Personal abgesichert werden muss“, hält Maik Walm fest. Die Haltung des Bildungsministeriums, dass man ja froh sein müsse, wenn bei gewachsenem Lehrerbedarf der Unterrichtsausfall nicht weiter gestiegen ist, sei genauso wenig hilfreich, wie der Hinweis, dass es mehr junge Menschen geben müsse, die das Lehramtsstudium aufnehmen und abschließen.

Die Ursachen für die heutige Situation liegen zum großen Teil in den Versäumnissen der Vergangenheit. Annett Lindner betont: „Das Land sollte deshalb jetzt alle Anstrengungen unternehmen und in Zukunft mit genügend Puffer planen. Das erhöht die Attraktivität der Schulen im Land und hilft bei der Werbung von Fachkräften. Gleichzeitig muss darüber nachgedacht werden, wo Entlastung für die Lehrkräfte möglich ist“. Co-Vorsitzender Maik Walm stellt abschließend fest: „Wir brauchen dringend ein Personalentwicklungskonzept, das der insgesamt schwierigen Situation im Schulbereich gerecht wird. Der Weg in den Lehrer*innenberuf muss, genauso wie die die Arbeitsbedingungen selbst, deutlich verbessert werden. Das heißt auch, dass die E13/A13 für Grundschullehrer*innen jetzt kommen muss“. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat heute erneut die Aktionswoche JA13! Gestartet. Bundesweit setzt sie sich dafür ein, dass Grundschullehrer*innen besser bezahlt werden.

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