GEW Mecklenburg-Vorpommern
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Respekt! - Lehrerinnen und Lehrer verdienen Anerkennung der Gesellschaft

19.12.2017 - Michaela Skott

Anlässlich der bevorstehenden Weihnachtsferien und des kommenden Jahreswechsels nutzt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW MV) die Gelegenheit, den insgesamt rund 13.000 Lehrkräften im Land für ihre Arbeit zu danken. "Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten sehr engagiert, aber auch unter einem hohen Druck dafür, unseren Kindern die bestmögliche Bildung zu vermitteln. Das verdient nicht nur die Anerkennung der Gewerkschaft, sondern auch der ganzen Gesellschaft", sagt die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner am Dienstag in Schwerin.

Gleichzeitig widersprach sie entschieden der Darstellung des Bildungsministeriums in der Schweriner Volkszeitung vom 16. Dezember, dass es keinen Lehrermangel im Land gäbe: "Wir haben es mit einer strukturellen Unterbesetzung zu tun. Das Land stellt nur so viele Lehrkräfte ein, wie zur Absicherung des Unterrichts benötigt werden, unter der Voraussetzung, dass niemand krank wird oder etwa wegen Erziehungszeiten oder Familienpflege ausfällt. Und das bei einem Altersdurchschnitt der Kollegien von über 50 Jahren. Das reicht bei Weitem nicht aus! Um diesen Ausfällen zu begegnen fordern wir eine Besetzung von 104 Prozent damit es nicht bei der dauerhaften Überlastung der Lehrkräfte bleibt und weiterhin zu Einbußen in der Unterrichtsqualität kommt. Das heißt, uns fehlen eigentlich über 500 Lehrerinnen und Lehrer ". 

Rund zehn Prozent aller Unterrichtsstunden fallen zur Vertretung an. Das sind über 412.000 Stunden. Diese wird in der Hauptsache durch Mehrarbeit, beispielsweise in Form von Überstunden und  Zusammenlegung des Unterrichts und nur zum geringeren Teil durch eingestellte Vertretungslehrkräfte abgesichert. "Es reicht nicht, über Buschzulagen zu reden, um den Lehrerberuf in Mecklenburg-Vorpommern attraktiver zu machen. Die Kolleginnen und Kollegen haben durchschnittlich eine der höchsten Unterrichtsverpflichtungen im Bundesvergleich. Es gibt nicht ausreichend Entlastung für zusätzliche Aufgaben und kaum Möglichkeiten für einen flexiblen Ausstieg zum Ende des Berufslebens. Hinzu kommen die bereits genannten Belastungen durch die zur Vertretung anfallenden Stunden und vieles mehr. Die GEW MV wird sich deshalb im kommenden Jahr besonders mit dem Themenschwerpunkt Arbeitszeit auseinandersetzen und hier gemeinsam mit anderen Landesverbänden nach tragfähigen Lösungen für eine Entlastung der Kolleginnen und Kollegen suchen". Unausweichlich, so ist man bei der Bildungsgewerkschaft überzeugt, sei außerdem die Erhöhung der Vergütung der Grundschullehrer*innen. "Wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass es hier sowohl aus dem Bildungsministerium als auch aus dem Parlament Zuspruch zu unserer Forderung gibt", sagte Annett Lindner ebenfalls. Die Bundesländer Berlin und Brandenburg werden ihre Grundschullehrkräfte in Zukunft mit der  Besoldungsgruppe A13 (Angestellte E13) vergüten, statt wie bisher mit der A12 (Angestellte E11). "Im Wettbewerb um die besten Fachkräfte bringen diese Entscheidungen unsere Landesregierung nun in Zugzwang. Als Gewerkschaft werden wir auch 2018 dafür streiten, dass es hier zu einer Gleichbehandlung aller Lehrkräfte an den Grundschulen kommt!" Etwaigen Plänen, nur neu ausgebildeten Lehrkräften die höhere Besoldung zu ermöglichen, erteilt die GEW MV eine Absage. 

 

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