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Neue Ausbildung schafft Billig-Löhner in Kitas

GEW MV erneuert Kritik an geplanter Änderung des KiFöG. Unter dem Motto: "Für bessere Arbeitsbedingungen in den Kitas: Betreuungs- und Personalschlüssel verbessern! Erzieher*innenberuf nicht abwerten!" rufen GEW MV und ver.di deshalb zu einer gemeinsamen Demo am 10. Juni in Rostock auf.

31.05.2017

Die GEW MV bleibt bei ihrer Kritik an der Einführung der Praxisintegrierten Ausbildung (PiA) von Erzieher*innen. „Diese neue Ausbildung löst keine Probleme; sondern sie wird zu einem Sparmodell für das Land. Den Fachkräftemangel wird man mit dieser Form der dualen Ausbildung allenfalls auf dem Papier beheben.“, stellt Daniel Taprogge, der Kita-Referent der GEW MV fest. Die Kritik bezieht sich darauf, dass die neuen Auszubildenden künftig auf die Fachkraft-Kind-Relation (Betreuungsschlüssel) angerechnet werden sollen. Die Neuordnung Erzieher*innenausbildung, die heute von Sozialministerin Stefanie Drese und Bildungsministerin Birgit Hesse vorgestellt wird, beruht auf einer geplanten Änderung zum KiFöG. Der Entwurf von SPD und CDU sieht vor, dass die praxisintegrierte Ausbildung zum Berufsabschluss 'staatlich-geprüfte Fachkraft für Kindertageseinrichtungen' führt. "Dieser Abschluss wird in der tariflichen Einstufung vier Entgeltgruppen unter den staatlich-anerkannten Erziehern liegen. Eine solche Abwertung des Berufs ist mit uns nicht zu machen.“

Die GEW MV bezieht dazu eine klare Position. Die Gewerkschaften GEW MV und ver.di fordern, dass die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA) mit dem Abschluss 'staatlich-anerkannte/r Erzieher/in' endet. Dies ist möglich und wird in anderen Bundesländern bereits umgesetzt. Außerdem soll verbindlich geregelt werden, dass die MentorInnen eine entsprechende Anerkennung ihres Einsatzes sowie eine Fortbildung erhalten, die Auszubildenden nicht auf den Personalschlüssel angerechnet werden und sie eine Vergütung in Höhe von 100 % des tariflichen Ausbildungsentgelts des TVöD Pflege bekommen.

Ver.di und die GEW haben zu einer landesweiten Demo am 10. Juni in Rostock aufgerufen. Treffpunkt: Bahnhofsvorplatz/Konrad-Adenauer-Platz in Rostock - 10:00 Uhr (Demobeginn), Kundgebung um 11:30 in der Innenstadt (Kröpeliner Tor)

Alle Informationen finden Sie hier.

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