GEW Mecklenburg-Vorpommern
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MV-Plan für Bildung: Beteiligte in Entscheidungsprozesse einbinden

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW M-V) nimmt zu den Entscheidungen der Landesregierung in der Corona-Krise Stellung. Dazu erklären die GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm: „Wir begrüßen die schrittweise und bedachte Öffnung der Bildungseinrichtungen und die dafür geplante Vorbereitungszeit. Der bisherige Umgang mit der Corona-Pandemie war geprägt von Entscheidungen, die schnell getroffen werden mussten - auch auf die Gefahr, dass sie im Anschluss zu korrigieren sind. Oft war zu wenig Zeit, um schon im Vorfeld alle Beteiligten einbeziehen zu können. Dafür wurde auf Hinweise und Vorschläge meist zeitnah reagiert und eine gute Kommunikation aufgebaut. Diese gilt es nun für die nächste Phase zu nutzen. Alle Beteiligten müssen in die kommenden Entscheidungsprozesse eingebunden werden.“ Für die verschiedenen Bildungsbereiche sieht die GEW M-V aktuell folgende Schwerpunkte: 

 

17.04.2020

Für die Kitas:


„Die GEW M-V begrüßt ausdrücklich die Ausweitung der Notfallbetreuung. Gleichzeitig wissen wir um die berechtigten Sorgen unserer Kolleginnen und Kollegen. Schnellstmöglich brauchen wir für den Kitabereich einheitliche Vorgaben zu Gruppen- und Raumgrößen. Der Umgang mit Risikogruppen im Personal muss eindeutig geklärt werden. Bei der Ausstattung mit Schutzausrüstung gehören Kindertagesstätten zu den systemkritischen Bereichen. Sie müssen bei der zentralen Verteilung berücksichtigt werden. Auch hier sind Übergänge wertvoll. Für Kinder aus den Vorschulbereichen müssen Möglichkeiten des Abschieds aus ihrer Einrichtung geschaffen werden“, erklären die GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm.

 

Für die Schulen: 

„Wenn am 27. April die Schulen für die Abschlussjahrgänge zur Mittleren Reife, dem Abitur und der Beruflichen Schule öffnen, muss klar sein, wie die Schülerinnen und Schüler aber auch die Lehrkräfte wirksam vor einer Infektion mit SARS-Cov-2 geschützt werden können“, machen die GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm deutlich. „Wir erwarten hierzu eindeutige und landesweit einheitliche Vorgaben der Gesundheitsbehörden und des Bildungsministeriums zu Raum- und Kurs- bzw. Klassengrößen sowie zur Hygiene. Die Schulträger müssen sicherstellen, dass diese Vorgaben eingehalten werden können. Dafür notwendige Mittel oder Ersatzräumlichkeiten sind bereit zu stellen. Für die stufenweise Öffnung nach dem 3. Mai brauchen wir einen klaren und verlässlichen Kurs für die verbleibenden sechs Schulwochen. Das gilt zunächst vor allem aus pädagogischer Sicht. Es muss sichergestellt sein, dass alle Schülerinnen und Schüler an allen Schulen des Landes sowohl in der Präsenz als auch beim Distance Learning die gleichen Lernmöglichkeiten erhalten und kein Flickenteppich in der Umsetzung entsteht. Die kommenden Wochen bis Anfang Mai müssen dafür genutzt werden, diesen Kurs gemeinsam miteinander abzustimmen. Alle Beteiligten, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und die Lehrkräfte sollen sich auf den weiteren Verlauf bis zu den Sommerferien einstellen können. Von zentraler und noch zu klärender Bedeutung ist die Frage, wer von den Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern zur Risikogruppe in Bezug auf Covid-19 gehört und wie lernen und arbeiten dann bis zum Ende des Schuljahres möglich wird. Dafür sind verbindliche und rechtssichere Richtlinien notwendig.“

Für die Hochschulen:

„Am 20. April startet das Hochschulsemester. Nach wie vor brauchen wir eine rechtssichere Regelung für alle Hochschulen im Land, die mögliche Nachteile für Studierende beim BaföG und bei nicht abgelegten Prüfungen bzw. besuchten Lehrveranstaltungen im Studienverlauf  verhindert. Auch die existenzielle finanzielle Unterstützung von Studierenden muss zeitnah sichergestellt werden. Den Plan der Bundesbildungsministerin, zurückzuzahlende Darlehen auszureichen, ist der falsche Weg“, erklären die beiden GEW-Landesvorsitzenden zur Situation der Studierenden. Die GEW M-V stützt damit erneut die bisherigen Forderungen der Studierendenvertretungen.

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