GEW Mecklenburg-Vorpommern
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GEW M-V zur Versetzung: Wir brauchen einen gesellschaftlichen Dialog 

Die Entscheidung des Bildungsministeriums, Schülerinnen und Schüler in diesem Schuljahr grundsätzlich zu versetzen und dabei Ausnahmen in enger Absprache zwischen Eltern und Lehrkräften zuzulassen, ist richtig.

22.04.2020

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW M-V) stellt sich damit hinter das Vorgehen von Bildungsministerin Bettina Martin in dieser Situation. „Zur Ehrlichkeit gehört dazu: Viele der Entscheidungen, die heute ad hoc getroffen werden müssen, bräuchten wir nicht, wenn das Land bei der Einführung der Inklusion den Empfehlungen zahlreicher Bildungsforscher - und auch der GEW M-V - gefolgt wäre. Individuelle Lernpläne, strukturiertes Lernen statt Bulimie-Pauken, differenzierte Leistungsbewertung und gemeinsames Lernen ohne Versetzungsangst, das alles sind Bestandteile einer gut umgesetzten Inklusion oder kurz: einer guten demokratischen Schule! “, erklären die GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm. Und sie ergänzen: „Wir brauchen einen gesellschaftlichen Dialog, der uns alle einbindet, darüber wie Bildung unter den geänderten Bedingungen – auch nach den Ferien - funktionieren kann.“

Beide sind nicht nur als Gewerkschaftsvorsitzende mit der Thematik vertraut. Annett Lindner kommt als Lehrerin aus dem Bereich der Sonderpädagogik. Maik Walm ist Erziehungswissenschaftler und kann auf verschiedene Veröffentlichungen zur inklusiven Bildung verweisen. Über diese weiteren Inhalte, wie etwa die Umsetzung der digitalen Bildung, muss nun zeitnah gesprochen werden, finden die beiden Bildungsexperten.
 „Aus heutiger Sicht wissen wir nicht, wie lange wir die Schülerinnen und Schüler noch in diesen Krisenmodus unterrichten müssen. Deshalb ist es jetzt unerlässlich, dass wir uns neben der reinen Krisenbewältigung auch mit der Frage, wie unser Schulsystem zukünftig eine gute Schule für alle Kinder auf der Höhe der Zeit bereitstellen kann, auseinandersetzen“, sagt Maik Walm. So schlägt die GEW vor, die jährliche Sommerakademie des Bildungsministeriums auf Fragen der individuellen und digitalen Lernbegleitung auszurichten.

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