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GEW fordert kleinere Gruppen für bessere Kita-Bildungsqualität

Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht auch in diesem Jahr den Ländermonitor zur Kitabetreuung. Lobeshymnen sind allerdings trotz einer statistischen Verbesserung beim Betreuungsschlüssel im Kindergarten von 14,7 auf 13,7 in den Kitas nicht angebracht.

28.08.2017

Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht auch in diesem Jahr den Ländermonitor zur Kitabetreuung. “Lobeshymnen sind allerdings trotz einer statistischen Verbesserung beim Betreuungsschlüssel im Kindergarten von 14,7 auf 13,7 in den Kitas nicht angebracht.”, sagt Annett Lindner, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft  (GEW MV) und weist darauf hin, dass es in der Praxis ganz anders aussieht: “Unseres Wissens nach betreut dennoch eine Fachkraft oft deutlich mehr Kinder”. Knappe Personalplanung und Fachkräftemangel können die Ursachen dafür sein.

Die Gruppengrößen in Krippe, Kindergarten und Hort müssen kleiner werden. Insbesondere bei den ganz Kleinen bleibt bei einem Schlüssel von 1:6 die notwendige Bindungsarbeit auf der Strecke. Auch im Hort müssen sich zu viele Kinder eine/n Erzieher/in teilen, bspw. wenn es um Begleitung bei den Hausaufgaben geht.

“Wir fordern die Landesregierung auf, für diese Legislaturperiode einen Stufenplan zur deutlichen Absenkung der Gruppengrößen zu vorzulegen, der bereits im nächsten Jahr mit einer Absenkung des Betreuungsschlüssels im Hort beginnt.”

Die jährliche Kritik des Sozialministeriums an den Daten der Bertelsmann-Stiftung in Bezug auf die Fachkräfte lässt die Gewerkschafterin nicht gelten: “Nur weil bei den anderen Bundesländern auch Hilfs- und andere Fachkräfte mit angerechnet werden, lässt sich an den großen Gruppen bei uns im Land ja nichts schön reden. Ein Blick in die pro-Kopf-Ausgaben beweist ebenfalls, dass MV Schlusslicht in der Betreuungsqualität ist.” Zuletzt lagen die Ausgaben pro Kopf bei ca. 5.400 EUR während andere Bundesländer zwischen sieben- und achttausend Euro investieren.

“Das Land muss deutlich mehr Anstrengungen unternehmen, um die Betreuungsqualität zu verbessern.”

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