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Ausbildungsplatzplanung: Diese Chance ist vertan!  

Gestern hat die Ministerin für Kindertagesförderung die Ausbildungsplatzplanung für Erzieher:innen bis in das Jahr 2033 hinein veröffentlicht. Der Grundtenor: Wir haben alles im Griff. Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW MV) sieht man das anders: „Den Optimismus der Ministerin teilen wir nicht. Die Planung zeigt auf, dass bis zum Jahr 2033 keine weiteren Anpassungen bei der Fachkraft-Kind-Relation vorgenommen werden sollen als die bis dato beschlossene für die Kitagruppen. Das ist enttäuschend!

Es handelt sich um ein Teaserbild mit dunklem Hintergrund und goldenen Buchstaben N E W S. Hier wird eine Pressemitteilung bebildert.
copyright: pixabay.com

Wir sehen außerdem, dass größere Migrationsbewegungen nicht mit einer Ausbildungsplatzreserve von 100 bis 150 Stellen abgedeckt werden können. Offen ist auch weiterhin, was das Land gegen die Abwanderung der Auszubildenden tun will. Mecklenburg-Vorpommern ist nach wie vor Schlusslicht in der Betreuungsqualität und wird dies, dieser Prognose nach auch weiterhin bleiben. Wenn die Ministerin davon spricht, dass es Kürzungen von Öffnungszeiten oder temporäre Schließungen von Einrichtungen ‚insbesondere im Westen‘ gäbe, so dürften viele Eltern im Land dafür nur ein müdes Lächeln übrighaben“, erklärt die stellv. GEW-Landesvorsitzende Ulrike von Malottki. Immer wieder greifen auch in MV Träger zu diesen Maßnahmen, weil die Personalplanung zu knapp bemessen und nicht genügend Puffer für Ausfälle vorhanden ist.

Die zuständige Ministerin erklärt außerdem man habe den Personalbedarf für den Ganztag schon mit einberechnet, für den bislang keinerlei Konzept vorliegt, und auch den sukzessive steigenden Mindestpersonalschlüssel, aufgrund des von ihr mit präsentierten Landesrahmenvertrages, sei berücksichtigt: „Nun, der Landesrahmenvertrag verweist in seiner Präambel darauf, dass sich beide Seiten, wie auch die GEW MV einen gesetzlichen Mindestpersonalschlüssel wünschen, den es weiterhin nicht gibt und längst nicht alle Träger sind diesem Vertrag beigetreten. Er ist also mehr ein laues Lüftchen, als der historische Schritt, wie er uns präsentiert wurde. Im Ergebnis bleiben die Arbeitsbedingungen für Erzieher:innen in Mecklenburg-Vorpommern damit weiterhin schlecht. Die Belastung durch die Gruppengrößen ist hoch und es fehlt eine Strategie, um hier langfristig Änderungen herbeizuführen“, sagt Ulrike von Malottki.

In ihrer aktuellen Ausgabe des Bildungsmagazins E&Wplus hat die Gewerkschaft zahlreiche Zitate von Erzieher:innen aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen über ihre aktuelle Arbeitssituation veröffentlicht: „Es ist erschreckend unter welchen Bedingungen wir unsere Erzieher:innen arbeiten lassen“, sagt die Gewerkschafterin.
Bei der GEW MV herrscht demnach Ernüchterung. „Schade, wir hatten auf einen ähnlichen Schritt wie in Thüringen gehofft. Diese Chance ist vertan.“ Der dortige linke Bildungsminister hat mit fraktionsübergreifender Mehrheit den Geburtenrückgang genutzt, um die Gruppengrößen drastisch zu verkleinern und Personalabbau zu verhindern.

Hintergrund:
Um zur digitalen Ausgabe unseres Bildungsmagazins E&W plus zu gelangen, gehen Sie auf diesen Link!

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Michaela Skott
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