GEW Mecklenburg-Vorpommern
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Praxisintegrierte Ausbildung von ErzieherInnen 0-10 Jährige

Informationen für Auszubildende, ErzieherInnen, Kitas und Personal- und Betriebsräte

Ab dem Schuljahr 2017/2018 gibt es einen zusätzlichen Ausbildungsgang „staatlich-anerkannte/r Erzieher/in 0-10 Jährige“. Dieser Abschluß wird in einer praxisintegrierten, dreijährigen Ausbildung erreicht und ergänzt die bisherigen Ausbildungswege zur/zum „staatlich-anerkannte/n Erzieher/in“.

Wie unterscheiden sich die Abschlüsse?

Der Abschluß der dreijährigen praxisintegrierten Ausbildung wird an der Höheren Berufsfachschule erlangt und lautet ‘staatlich-anerkannte/r Erzieher/in 0-10 Jährige’. Mit diesem Abschluß kann man in Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der frühkindlichen Bildung (Krippe, Kindergarten, Hort) arbeiten. Ein Einsatz in anderen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe (wie z.B. stationären oder ambulanten Wohngruppen) ist nicht möglich. Dies ist der Unterschied in der Fachpraxis zwischen dem Abschluß ‘staatlich-anerkannte/r Erzieher/in 0-10 Jährige’ und dem Abschluß ‘staatlich-anerkannte/r Erzieher/in’. Der bisherige reguläre Abschluß ‘staatlich-anerkannte/r Erzieher/in wird durch eine schulische Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik erlangt. Diese Ausbildung dauert zwei Jahre, Voraussetzung ist jedoch eine zweijährige Ausbildung mit dem Abschluß ‘Sozialassistent/in’.

Welche Schulen bzw. welche Kita-Träger bieten die praxisintegrierte Ausbildung an?

Die praxisintegrierte Ausbildung wird ab dem Schuljahr 2017/2018 an den fünf beruflichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern angeboten.

Berufliche Schule für Gesundheit und Sozialwesen Schwerin 25 SchülerInnenplätze
Berufliche Schule Handwerk Technik Neubrandenburg 25 SchülerInnenplätze
Berufliche Schule „Alexander Schmorell“ Rostock 25 SchülerInnenplätze
Berufliche Schule Güstrow 25 SchülerInnenplätze
Berufliche Schule Stralsund 25 SchülerInnenplätze

Einen Kita-Träger für diese Ausbildung müssen die SchülerInnen selber suchen. In der Regel schreiben die Träger entsprechende Stellen aus. Eine Übersicht über die beteiligten Kita-Träger gibt es nicht.

Welche Anforderungen müssen die Kita-Träger erfüllen?

Inhaltliche und organisatorische Vorgaben regeln zum einen das Kindertagesförderungsgesetz MV (KiföG MV) wie auch die ‘Verordnung über die Zulassung, Ausbildung und Prüfung an der Höheren Berufsfachschule zur Staatlich anerkannten Erzieherin für 0- bis 10-Jährige und zum Staatlich anerkannten Erzieher für 0- bis 10- Jährige’.

Das KiföG MV schreibt in § 11a Absatz 8 vor, dass die Auszubildenden eine ‘angemessene Ausbildungsvergütung’ erhalten sollen, die im Laufe der Ausbildung mindestens jährlich ansteigen soll. Hierbei sollen sich die Arbeitgeber am Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes orientieren, die Ausbildungsvergütung darf nicht unterhalb von 80 % des tariflichen Ausbildungsentgelts liegen.

Die Ausbildungsverordnung legt darüber hinaus fest, dass zwischen Ausbildungsträger und der/dem Auszubildenden ein Ausbildungsvertrag geschlossen werden muss, der der Zustimmung der Schule bedarf. Der Träger muss mit der entsprechenden Schule eine Vereinbarung über die Bereitschaft zur Kooperation und Ausbildung abschließen. Allgemein muss der Träger über geeignete Einrichtungen für die Ausbildung (Krippe, Kindergarten, Hort) verfügen.