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Bündnis "Gute Schule in M-V"

Am 4. März 2019 hat sich auf Initiative der Schulleitungsvereinigung M-V, des Landeselternrates und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft M-V das Bündnis für „Gute Schule in M-V“ gegründet. Damit wollen Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft abseits von Parteipolitik Lösungen finden und Antworten geben auf die drängendsten Fragen in der Bildungspolitik. Sie eint die große Sorge um die Entwicklung einer zukunftsfähigen guten Schule für alle Kinder und Jugendlichen. Das Bündnis will sich einmischen, damit die Expertise der Beteiligten in Zukunft nicht mehr überhört und übergangen werden kann.

Was fehlt, ist ein klarer Kompass...

Was wir fordern:

Konkret fordert das Bündnis „Gute Schule in M-V“:
 

  • die Schaffung der sächlichen, baulichen, inhaltlichen und personellen Voraussetzungen für eine gute inklusive, ganztägige wie digitale Schule in M-V, d.h. grundsätzlich mehr Ressourcen für schulische Bildung
  • die Verabschiedung des Schulgesetzes erst nach Klärung und Bereitstellung dieser Bedingungen
  • Maßnahmen gegen den dramatischen Personalmangel und für eine Stärkung der Attraktivität des Arbeitsplatzes Schule
  • Verbesserung der Beratung/Zusammenarbeit zwischen Politik und Zivilgesellschaft

 

v.l.n.r. Kay Czerwinski, Ralph Grothe, Leo Radloff, Dr. Michael Burgert, Maik Walm, Michael Blanck / vorne: Heike Walter Das Bündnis präsentierte sich am 19.3.2019 das erste Mail gemeinsam im Rahmen einer Landespressekonferenz (GEWMV/ms)

Wer wir sind:

Mitglieder des Bündnisses sind: der Landeselternrat, der Landesschülerrat, die Schulleitungsvereinigung M-V, der Grundschulverband M-V, der Verband Sonderpädagogik, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft M-V, der Verband Bildung und Erziehung M-V und der Philologenverband M-V.

Statements der Bündnismitglieder:

Kay Czerwinski (Landeselternrat): Der Landeselternrat fordert von allen politischen Parteien im Landtag, insbesondere vom Bildungsausschuss, Gründlichkeit vor Schnelligkeit bei der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes.

Leo Radloff (Landesschülerrat): Die Schulgesetzänderung wurde in der Theorie konstruiert und wird in der Praxis scheitern. Wir fordern daher ein ernsthaftes Beteiligungsverfahren, um Lösungen für die Probleme an den Schulen in M-V zu finden.

Heike Walter (Schulleitungsvereinigung M-V): Schulen brauchen verlässliche und transparente Rahmenbedingungen, d. h. unter anderem, eine personelle Ausstattung, die berechenbar, nachvollziehbar und ausreichend ist, um den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Dafür brauchen wir, dass sich die Politik ihrer Fürsorgepflicht gegenüber Schulleitungen, Lehrkräften und damit den Schülerinnen und Schülern bewusst wird und ihr nachkommt.

Ralph Grothe (Grundschulverband M-V): Inklusion in MV wird als ein Sparmodell zu Lasten von Kindern, Pädagog*innen und Eltern geplant.

Michael Burgert (Verband Sonderpädagogik): Die Entwicklung und der Aufbau eines inklusiven Schulsystems sind kein ausschließlich sonderpädagogisches Thema und mehr als eine reine Verlagerung sonderpädagogischer Förderung in die Regelschule. Durch unzureichende konzeptionelle Überlegungen und zahlreiche ungeklärte Umsetzungsfragen gefährdet die Landespolitik dieses großartige Projekt (und damit auch die Bildungschancen benachteiligter und behinderter junger Menschen.)

Maik Walm (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft M-V): Dem Land fehlt ein klarer Kompass zur Entwicklung guter, inklusiver Schulen. Unsere Schulhäuser laden nicht zum Lernen ein. Bis 2030 brauchen wir außerdem 8700 neue Lehrer*innen. Es wird dringend Zeit für ein Umdenken, Zeit für die Beteiligung der Betroffenen – Eltern, Kinder und Lehrer*innen.

Michael Blanck (Verband Bildung und Erziehung M-V): Wenn man im Schulgesetz schon personelle, sächliche und bauliche Voraussetzung für einen gemeinsamen Unterricht festschreiben will, muss man diese auch erläutern. Bis heute fehlt z.B. eine Schulbaurichtlinie. Aus meiner Sicht dürfte künftig kaum ein gemeinsamer Unterricht von Kindern ohne Beeinträchtigung und Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf stattfinden, weil genau diese Voraussetzung an vielen Schulen nicht gegeben sind.