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Was bitte ist denn "das Beamtentum"? Eine Krankheit? - Gedanken zur Wahl

Landesvorsitzende Annett Lindner über Wahlkampf, Beamtentum und die Frage, was das Gehalt der Grundschullehrer*innen mit der gymnasialen Bildung zu tun hat.

29.05.2017

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am kommenden Mittwoch wählt Ihr Eure Interessenvertretungen. Dass dazu ein regelrechter Wahlkampf entbrannt ist, ist nicht zu übersehen.
Und wisst Ihr was? Ich finde das gut. Es zeigt, dass es weder der GEW, noch den anderen Interessenvertretungen egal ist, ob Ihr wählen geht oder nicht.
Denn die Personalräte sind, genau so wie die Gleichstellungsbeauftragten, auf allen Ebenen Eure ersten Ansprechpartner.
Zeitweise nehmen die "Wahlkampfaussagen" allerdings „Trump'sche“ Züge an. Eine Kostprobe gefällig?

>> Die GEW sei gegen das Beamtentum

Was bitte ist denn "das Beamtentum"? Eine Krankheit? Zum Faktencheck: Auch wenn es nicht jedem gefallen mag: Der Beamtenstatus ist für die GEW kein Neuland. Als bundesweit größte Interessenvertretung im Bildungsbereich sind von unseren rund 280.000 Mitgliedern über die Hälfte verbeamtet. Bei den Lehrkräften liegt dieser Anteil sogar weitaus höher. Wir haben die Einführung der Verbeamtung in MV begrüßt. Dennoch hatten wir die berechtigte Sorge, dass das Land, genau wie es sich aktuell in den Übernahmeverhandlungen zum Tarifergebnis im TV-L nun zeigt, seine Machtstellung gegenüber den Beamtinnen und Beamten ausnutzen und auf dem Rücken, der mit großem Aufwand geworbenen jungen Lehrkräfte, sparen wird. Wir kennen Ähnliches bereits aus anderen Bundesländern und haben uns dort immer konstruktiv und oft erfolgreich durchgesetzt. Lasst euch nicht spalten. Nur eine starke GEW kann gute Tarif- und Besoldungsbedingungen aushandeln.

>> Die GEW sei gegen Gymnasien, weil sie sich für ein besseres Gehalt der Grundschullehrer einsetzt

Da möchte ich antworten: Die GEW ist für Logik! Denn was hat das eine mit dem anderen zu tun? Unabhängig davon sind wir als mitgliederstarke und solidarisch organisierte Interessenvertretung außerdem dazu in der Lage das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Dass sich hingegen ein Verband mit einer einzeln bestimmten Zielgruppe auch nur für deren Interessen einsetzt, verstehen wir voll und ganz.

>> Die GEW sei gegen Gymnasiale Bildung

Ups. Ich hoffe, es ist ok, dass sich zuletzt der Gewerkschaftstag, das höchste Gremium der GEW, mit diesem Thema auseinandergesetzt hat? In unserem Beschluss dazu heißt es unter anderem: "Die GEW setzt sich für die Weiterentwicklung der Gymnasialen Oberstufe ein. Das Ziel dabei ist, den Schüler*innen eigene Schwerpunktsetzungen zu ermöglichen und individuelle Bedürfnisse in ihrer schulischen Bildung stärker zu berücksichtigen." Da ist es nur folgerichtig, dass wir Torsten Beilke, einen gestandenen Gymnasiallehrer und Mitglied unseres Landesfachgruppenausschusses Gymnasien, in die heute erstmals im Bildungsministerium tagende Lenkungsgruppe "gymnasiale Oberstufe" entsandt haben, die sich eben diesem Thema widmet.

Hier wie dort - uns liegt sehr viel an Sacharbeit. Wir wollen keine Schultüten und Hausaufgaben verteilen. In der Sache kompetent, im Umgang konstruktiv und auf Augenhöhe - das ist unser Credo.

Das soll es an dieser Stelle gewesen sein. Obwohl, ganz wie Inspector Colombo früher, eine Frage hätte ich da noch: Wo bleibt eigentlich der "Wahlkampf" um die Gleichstellungsbeauftragten?
Wir haben 2017! Die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen, die Berücksichtigung von Familienzeit, von Pflege der Angehörigen u.v.m. - das sind doch Themen? Wir haben mit unseren Kandidatinnen für die Gleichstellungsbeauftragten, allen voran Anke Burchardt auf der Ebene des Bildungsministeriums - aber auch Gesa Kelm (SSA Rostock), Karin Potlitz (SSA Schwerin), Regina Voß (SSA Neubrandenburg) und Sabine Jepp (SSA Greifswald) unglaublich engagierte Frauen aufgestellt, die in der Thematik hoch kompetent sind. Auch hier dürft Ihr Euch durch die GEW MV gut vertreten fühlen.

In diesem Sinne: alle Stimmen für die GEW!

Herzlichst, Eure Annett Lindner

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