GEW Mecklenburg-Vorpommern
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Qualität in den Kitas durch bessere Arbeitsbedingungen sichern!

29.08.2017

Wir wissen, wie die Situation in den Kitas ist, dazu brauchen wir keine Studien. Die Ergebnisse des Ländermonitor frühkindliche Bildung unterstützen uns jedoch in der öffentlichen Debatte über eine dringend notwendige Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation in den Kitas.

Kleinere Gruppen bzw. mehr pädagogisches Personal für die Kindergruppen sind dringend geboten, damit die gute Qualität in den Einrichtungen auch auf Dauer gesichert wird. Derzeit sichern die Erzieherinnen und Erzieher mit ihrem täglichen Einsatz den Bildungsauftrag, zum großen Teil trotz widriger Umstände.

Auch in diesem Jahr kommt der Ländermonitor zur Kitabetreuung für MV zu einem schlechten Ergebnis. “Lobeshymnen sind allerdings trotz einer statistischen Verbesserung beim Betreuungsschlüssel im Kindergarten von 14,7 auf 13,7 in den Kitas nicht angebracht.”, sagt Annett Lindner, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft  (GEW MV) und weist darauf hin, dass es in der Praxis ganz anders aussieht: “Unseres Wissens nach betreut dennoch eine Fachkraft oft deutlich mehr Kinder”. Die Betreuungssituation in der Krippe hat sich nur leicht von 6,1 auf 6,0 verändert. Knappe Personalplanung und Fachkräftemangel sind die Ursachen dafür.

Die GEW MV hat eine klare Position, wie Verbesserungen erfolgen sollen: “Wir fordern die Landesregierung auf, für diese Legislaturperiode einen Stufenplan zur deutlichen Absenkung der Gruppengrößen zu vorzulegen, der bereits im nächsten Jahr mit einer Absenkung des Betreuungsschlüssels im Hort beginnt.”, so GEW-Landesvorsitzende Lindner. Die grundsätzliche GEW-Position für gute Betreuungsrelationen in den Kitas ist: 1:4 in der Krippe, 1:8 im Kindergarten und 1:12 im Hort. Hiervon ist MV noch Lichtjahre entfernt, aber nur der beharrliche Einsatz von Gewerkschaft, Beschäftigten und auch Trägern kann zu einer Verbesserung führen.

Das Sozialministerium kritisiert die Daten der Bertelsmann-Stiftung. Staatssekretär Nikolaus Voss erklärt, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden: „In MV haben 92 Prozent einen Fachschulabschluss – etwa zur Erzieherin. In den alten Bundesländern kümmern sich auch fachfremde Betreuer um die Kinder. Dort sind es gerade mal 67 Prozent mit einem Fachschulabschluss, die wiederum zum größten Anteil nur den Abschluss zum Kinderpfleger vorweisen können.“ Das lässt die GEW-Vorsitzende Annett Lindner so nicht gelten: “Nur weil bei den anderen Bundesländern auch Hilfs- und andere Fachkräfte mit angerechnet werden, lässt sich an den großen Gruppen bei uns im Land ja nichts schön reden. Ein Blick in die pro-Kopf-Ausgaben beweist ebenfalls, dass MV Schlusslicht in der Betreuungsqualität ist.” Zuletzt lagen die Ausgaben pro Kopf bei ca. 5.400 EUR während andere Bundesländer zwischen sieben- und achttausend Euro investieren.

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