GEW Mecklenburg-Vorpommern
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JA13! Grundschullehrer*innen verdienen mehr

16.11.2017

Auch die GEW MV machte beim bundesweiten Aktionstag für eine gerechte Eingruppierung der Grundschullehrkräfte mit. Dazu trafen sich einige Kolleg*innen vor dem Schweriner Landtag andere posteten ihre Forderungen auf Facebook.

Ein großes Puzzle und ein Teil passte irgendwie nicht. Am 15. November baute die GEW MV ein Entgeltpuzzle vor dem Schweriner Landtag auf. Und so sehr die Kolleginnen und Kollegen, die zu dieser Aktion kamen sich auch mühten – In die Lücke zwischen all’ den mit der A13/E13 bezahlten Lehrkräfte der anderen Schularten wollte das Teil mit der E11/A12 für Grundschulehrer*innen nicht so recht passen. Ganz klar: Die Lücke ist zu groß! Zwischen 350 Euro als Berufsanfänger und bis zu 500 Euro für erfahrene Lehrer*innen beträgt der Abstand in der Bezahlung durch die verschiedene Eingruppierung. Die GEW MV fordert deshalb erneut, die Bezahlung aller voll ausgebildeten Lehrkräfte gleich zu stellen und Grundschullehrkräfte höher einzustufen: „Mit der Bezahlung nach dem Motto ‚Kleine Kinder, kleines Geld – Große Kinder, großes Geld‘ muss endlich Schluss sein!“, resümiert die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner. Nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft hat diese Ungleichbehandlung viel mit einer überholten Bewertung der Arbeit in den Grundschulen und der strukturellen Benachteiligung von Frauen zu tun. Der pädagogische Auftrag der Grundschule, in der immerhin jede notwendige Grundlage für die weitere Bildung gelegt wird, wird geringer wertgeschätzt als die konkrete Fachlichkeit in den weiterführenden Schulen. Schon früh galt der Beruf als „weibliche“ Tätigkeit. Je kleiner die Kinder – desto eher sollte eine Arbeit „der Natur“ und „dem Wesen der Frau aufgrund ihrer natürlichen Rolle als Mutter“ entsprechen. Die GEW sieht hierein eine Diskriminierung von Frauen auf Grund ihres Geschlechts: „Diese Fehleinschätzung zog sich durch alle Bereiche in der Bildung und der Politik. Sei es in der Lehrerausbildung, die lange Zeit Grundschullehrkräfte nicht auf Hochschulniveau ausbildete, oder auch bei manchen Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schularten“, erklärt Annett Lindner und stellt fest: „Wir schreiben das Jahr 2017. Wir sollten wissen und anerkennen, dass es hoher Professionalität bedarf, in Zeiten von Inklusion und Globalisierung unsere Kinder gut durch die Grundschulzeit zu begleiten. Gerade vor dem Hintergrund der fehlenden Fachkräfte machen wir den Beruf durch die bestehende schlechtere Bezahlung unattraktiv für Frauen und Männer.“ 
Der Wandel hat bereits eingesetzt. Auch Grundschullehrkräfte absolvieren ein erstes und zweites Staatsexamen. Die Zeit für eine gerechte Bezahlung ist gekommen. Die Länder Berlin und Brandenburg haben die A13 für Grundschullehrkräfte zumindest teilweise bereits eingeführt. Nordrhein-Westfalen hat dies angekündigt. Die GEW MV machte in der Vergangenheit immer wieder mit Aktionen auf die Problematik aufmerksam. 

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